Unsere erwachsene Schildkröte Penelope hat im Frühjahr 2000 nach einem fünfmonatigen Winterschlaf ihre ersten Eier gelegt, nicht alle auf einmal, sondern in Etappen. Einige hat sie in die Wiese des Außenauslaufs gelegt, die anderen ins Gewächshaus, dabei sind drei Eier schon mal zu Rührei verarbeitet worden.
Die restlichen Eier haben wir in den Brutkasten unseres Nachbarn gelegt, der auf eigenen Schilkrötennachwuchs gehofft hat. Schildkröten betreiben
keine Brutpflege und um die Eier nur durch Sonnenwärme auszubrüten, ist es in unseren Breiten zu kalt. Der Brutkasten erreichte leider nur eine
Höchsttemperatur von 30 °, so dass der erhoffte Nachwuchs wahrscheinlich nur Männer werden würde, um Weibchen auszubrüten ist eine
Temperatur zwischen 33° und 34° erforderlich.
Wir haben uns regelmäßig die Eier im Brutkasten angeschaut und in der Hälfte der regulären Brutzeit gemerkt, dass eines unserer Eier einen langen Riss in der Schale bekam, auf dem sich eine rötliche Kruste bildete. Im letzten Drittel der Brutzeit machten die Nachbarn Urlaub und wir mussten ihr Haus hüten und ihre Tiere versorgen. Das war natürlich die Gelegenheit täglich nach den Schildkröteneiern zu schauen.
Und wirklich, ich konnte es nicht glauben, dass in dem Moment als ich in den Brutkasten schaute, sich aus unserem gerissenen Ei eine winzige Schildkröte herausmühte. Die kleine Merlin (von uns nach Merlin dem Zauberer benannt) war etwas größer als ein Zweimarkstück und hatte noch einen Dottersack unter sich, der ebenso groß war wie sie selbst. Ihre kleinen Beinchen konnte sie nicht auf dem Boden aufsetzen.
Wir haben sie gleich in ein kleines Terrarium mit Unterschlupf und Wärmelampe gesetzt. Ich habe unsere Tierärztin angerufen und gefragt was wir nun mit Merlin machen müsste. - Nichts -, außer abwarten, dass der Dottersack absorbiert wird nicht reißt, da unsere Merlin sonst verbluten würde.
Zwei Wochen lang hat sich Merlin noch vom Dotter ernährt, dann hat sie selbständig Grünzeug und, ich muss leider gestehen, Pellets gefressen.
Da wir es mit den Pellets nicht übertrieben haben, ist ihr Panzer zum Glück nicht höckerig sondern wunderschön geworden.
Aus all den anderen Schildkröteneiern ist nichts geworden. Vermutlich stimmte die Luftfeuchtigkeit im Brutkasten nicht und wir vermuten, dass nur die gerissene Schale Merlins Schlupf ermöglicht hat.
Wer ist eigentlich Merlins Vater? Das kann nur Herkules sein, die Anderen sind einfach noch zu jung.
Ihren ersten Winter hat Merlin bei uns in der Küche verbracht, während alle anderen ihren Winterschlaf gehalten haben. dadurch war sie im nächsten Frühjahr schon so groß, das wir sie zu den Anderen ins Gewächshaus und in das Außengehege lassen konnten.Wir haben viel über die Nachzucht von Schildkröten gelesen, hier das Wichstigste in Stichpunkten: